CléA Assistenz-plattform (Sieger 2019) - Samsung Solve For Tomorrow
2019

CléA Assistenz-plattform (Sieger 2019)

CléA Assistenzplattform: Lösung zur digitalen Organisation des Lebens mit Assistenz. Menschen mit Behinderungen erhalten ein Hilfsmittel, das Gleichstellung und Selbstbestimmung ermöglicht.
9 Kommentare

Die Herausforderung

Menschen mit Behinderungen haben Anrecht auf Assistenz, welche von der IV finanziert wird. Der Verwaltungsaufwand ist jedoch enorm. Die Suche nach geeigneter Assistenz ist anspruchsvoll, da Assistenz zu wenig bekannt ist. So haben die meisten Betroffenen Angst, nicht genügend Personal zu finden, um den Assistenzdienst abzudecken. Der administrative Aufwand eines Assistenzteams ist gross.

Die Zielgruppe

Behinderte Menschen, Angehörige, Assistenten, ältere Menschen, Organisationen

Das Team

Wir entwickeln von Betroffenen für Betroffene. Das hilft uns, die Bedürfnisse der Zielgruppen zu verstehen und umzusetzen. Wir brauchen noch Leute für die Knochenarbeit: Desk Research machen, Umfragen durchführen, beim Marketing unterstützen und uns bei der graphischen Umsetzung helfen.

Die Lösung

Es wird eine digitale Internetplattform aufgebaut, welche speziell auf die Bedürfnisse der Assistenznehmer und deren Assistenzpersonen ausgerichtet ist und die beiden Zielgruppen zusammenbringt. Die Plattform übernimmt die Suche und Vermittlung von Assistenz, derer Planung und Administration. Es wird besonders Wert auf Integration und Gleichstellung gelegt. Die CléA Assistenzplattform ist ein neues Mittel, um Integration von Menschen mit und ohne Behinderungen zu erproben und erfolgreich zusammen zu führen; somit wird ein gesellschaftlicher Gewinn erreicht.

Fragen an die Community

Als nicht behinderte Person, weisst du, was Assistenz heisst? Was stellst du dir darunter vor, wenn dich jemand fragt, ob du als Assistentin oder Assistent tätig sein möchtest?

Hinweis

Cléa hat Solve for Tomorrow 2019 gewonnen. Wir haben diese Idee hier noch einmal dargestellt, damit ihr euch inspirieren lassen könnt. Darüber hinaus ist das Team von Cléa weiterhin am Austausch mit der Solve for Tomorrow - Community interessiert. 
1+
Matthias Löschenkohl

0 thoughts on “CléA Assistenz-plattform (Sieger 2019)

  • Pueng That

    Die Idee hat definitiv grosses Potential, es erstaunt daher nicht, dass es das Siegerprojekt 2019 war. Allerdings habe ich eine “blöde” Detailfrage: gerade die Zielgruppe der “Assistenznehmer” dürfte Schwierigkeiten damit haben, selber eine App zu bedienen, um deren Bedürfnisse potentiellen Assistenten mitzuteilen. Wie soll man sich diesen Prozess vorstellen? Werden die Assistenznehmer bereits bei diesem Prozess (Bedienung der App) assistiert?

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    • Fabienne.Locher

      Danke für das Feedack, überhaupt keine blöde Frage. Bei uns arbeiten bereits Betroffene in der Entwicklung mit. Sie weisen unterschiedliche Schweregrade von Behinderungen auf, auch sind blinde Menschen involviert. Die Bedürfnisse, welche mit einem intelligenten Matching funktioniert, basiert auf einem Filtersystem, das einfach zu bedienen ist. Wir arbeiten mit Fachexperten, Alpha- und Beta-User zusammen, die die Entwicklung in kurzen Sprints immer wieder beurteilen werden und ein Feedback geben können. Eine spannende Diskussion führen wir aktuell mit verschiedenen Organisationen, die Menschen mit einer kognitiven Einschränkung vertreten. Dort wird es natürlich schwieriger und ab einem gewissen Grad an Einschränkung wird das Leben mit Assistenz auch durch Dritte (Angehörige, Behörden, Organisationen) verwaltet. Diese sollen die Plattform auch nutzen können. Hoffe, dass dies deine Frage beantwortet.

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    • Holger Hoffmann-Riem

      Ich denke auch dass es eine Herausforderung sein wird, die App so zu gestalten, dass sie für Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen nutzbar ist. Ich finde es gut, wenn das mittelfristige Ziel darin besteht dass Cléa von fast jedem benutzt werden kann, aber für den Anfang ist in meinen Augen schon viel gewonnen, wenn die App für die wichtigsten Zielgruppen nutzbar ist. Es muss sicher noch viel optimiert werden, bis alles rund läuft.

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    • Pueng That

      @Fabienne: Danke, meine Frage wurde sehr gut beantwortet.
      @Holger: welches wären die wichtigsten Zielgruppen? Gibt es eine solche überhaupt, wenn das Ziel, so wie ich es verstehe, darin besteht die App für möglichst viele Menschen mit Behinderungen zugänglich zu machen? Oder beziehst Du Dich mit “wichtigsten Zielgruppen” eher auf die Prioritätenliste für die App-Entwicklung?

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      • Holger Hoffmann-Riem

        Ich weiss nicht einmal, welche Behinderungen unter den Personen, die ein Anrecht auf Assistenten haben, besonders weit verbreitet sind. Besondere Anforderungen stellen sicherlich Blinde und Sehbehinderte, aber die haben meines Wissens ohnehin meist Screen Reader – da müsste dann einfach sichergestellt sein, dass die Apps mit Screen Readers funktionieren. Ich denke das Cléa-Team kann am besten entscheiden, mit welchen Gruppen sie anfangen wollen.

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        • Fabienne.Locher

          Wir entwickeln unsere Arbeit barrierefrei, das heisst, dass wir solche Fragen wie Hilfsmittel, die für die Verwendung von Tools genutzt werden, berücksichtigen.

          Wir richten uns vor allem an Menschen, die in der Mobilität eingeschränkt sind. Da gibt es soviele unterschiedliche Arten von Behinderungen, die sich hier nicht alle aufzählen lassen. Menschen, die in ihrer Sehkraft eingeschränkt oder blind sind, haben ganz andere Bedürfnisse an Assistenz. Denn sie können zum Beispiel im Gegensatz zu Menschen mit einer Mobilitätseinschränkung selber aufstehen, sich duschen und Anziehen und für ihren Tag vorbereiten. Das kann jemand im Rollstuhl schlecht bis gar nicht und braucht schon Hilfe, überhaupt aus dem Bett zu kommen. Assistenzbedarf ist so individuell, dass es sich kaum in Worte fassen lässt. Wir wissen aber, welches die übergeordneten Bedürfnisse sind, die wir so auch auf der Plattform abbilden.
          Dadurch, dass wir bei der Ausarbeitung dieser Bedürfnisse bereits mit Fachexperten, die alle Bereiche und Behinderungen abdecken, erarbeiten, sind wir der Überzeugung, dass wir hier ein sehr gutes digitales Hilfsmittel zur Organisation und Verwaltung der persönlichen Assistenz auf den Markt bringen können.

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    • Fabienne.Locher

      Danke liebe Laurene. Unser Projekt hat nach dem Gewinn von Solve for Tomorrow nochmals einen rechten Schub erhalten. Dank Fundraising-Zusagen konnten wir am 6. April 2020 bereits mit der technischen Umsetzung starten und hoffen, im Herbst 2020 die deutsche Beta-Version zu veröffentlichen. Ap Anfangs Mai haben wir auch eine neue Landing-Page, wo man den Projektfortschritt noch besser verfolgen kann. Wir freuen uns sehr auf die spannende Zeit.

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